Panorama

Versuchter Mord in zwei FällenKampf gegen Onlinesadisten: 19-Jähriger in U-Haft

02.11.2026, 14:12 Uhr
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Der Verdächtige aus dem Landkreis Tuttlingen soll selbst ein kriminelles Netzwerk gegründet haben. (Foto: picture alliance / empics)

Zuletzt häufen sich die Festnahmen von sogenannten Onlinesadisten, die Minderjährige über das Internet im schlimmsten Fall bis in den Suizid getrieben haben sollen. In Baden-Württemberg ist nun ein weiterer Verdächtiger gefasst worden.

Im Kampf gegen Onlinesadisten-Netzwerke haben Ermittler in Baden-Württemberg einen 19-Jährigen festgenommen. Der Beschuldigte aus dem Landkreis Tuttlingen stehe im Verdacht, ein Sadisten-Netzwerk im Internet gegründet zu haben und bis zuletzt darin aktiv gewesen zu sein, teilten die Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe und das Polizeipräsidium Konstanz mit. Er befindet sich in Untersuchungshaft. Gemeinsam mit weiteren Beteiligten soll er demnach versucht haben, über Streamingdienste ein Kind sowie in einem weiteren Fall eine Jugendliche in den Suizid zu treiben.

Es sei zu lebensbedrohlichen Handlungen der Opfer gekommen, weshalb dem Beschuldigten unter anderem versuchter Mord in zwei Fällen vorgeworfen wird. Die geschädigte Jugendliche hält sich demnach im Ausland auf. Das Kind sei bislang nicht identifiziert worden. Der 19-Jährige soll zudem in drei weiteren Fällen Mädchen im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren zu selbstverletzenden Handlungen getrieben und eine 13-Jährige aus Deutschland zur Übersendung von Nacktaufnahmen veranlasst haben. Zeitgleich mit der Festnahme durchsuchten Ermittler fünf Objekte und stellten elektronische Beweismittel sicher.

In den vergangenen Monaten gelangte die Online-Sadismusszene vor allem durch Fälle im "764"-Netzwerk in die Schlagzeilen. Ein bekannter Verdächtiger ist ein junger Mann mit dem Szenenamen "White Tiger", der seit Januar in Hamburg unter anderem wegen Mordes und versuchten Mordes vor Gericht steht. Auch er soll Jugendliche zu Gewalt gegen sich bis hin zum Suizid gedrängt haben.

Mitglieder von Sadisten-Netzwerken suchen nach Behördenangaben unter anderem auf Computerspielplattformen und in sozialen Netzwerken nach psychisch labilen und vulnerablen Kindern und Jugendlichen. Die Opfer werden anschließend systematisch manipuliert und immer weiter unter Druck gesetzt, damit sie sich vor laufender Kamera selbst verletzen oder sexuelle Handlungen an sich vornehmen.

Hilfe bei Suizidgedanken

Wenn Sie Suizidgedanken haben oder jemand in Ihrem Umfeld, suchen Sie bitte Hilfe - bei der Telefonseelsorge unter 0800 / 111 0 111, dem Notruf 112, dem medizinischen Notdienst 116 117 oder auf suizidprophylaxe.de. 

Zuletzt nahmen Ermittler im Oktober in Hamburg nach dem Suizid einer 14-Jährigen in den USA einen mutmaßlichen jugendlichen Onlinesadisten fest. Laut Staatsanwaltschaft soll der zur Tatzeit 17-Jährige über ein soziales Netzwerk in Kontakt mit der psychisch labilen 14-Jährigen gestanden und diese zu selbstverletzendem Verhalten gedrängt haben. Davon ließ er sich Videoaufnahmen schicken. Einige Tage später erhängte sich die Jugendliche in ihrem Zimmer. 

Quelle: ntv.de, lar/AFP

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