Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 21:25 Rubio: Interesse an Waffenruhe im Schwarzen Meer wächst +++
Nach den Worten von US-Außenminister Marco Rubio wächst das internationale Interesse an einer begrenzten Waffenruhe im Schwarzen Meer. Ziel sei es, ungehinderte Energie- und Getreidelieferungen durch Russland und die Ukraine zu gewährleisten, sagt Rubio auf einer Pressekonferenz. Die USA prüften Vorschläge der Türkei und Indiens, um die Getreidelieferungen wieder in Gang zu bringen. Die Ukraine und Russland gehören zu den größten Getreidelieferanten weltweit. Angriffe auf Schiffe gefährden jedoch den Handel. "Dies bedroht die weltweite Ernährungs- und zum Teil auch die Energiesicherheit", sagt Rubio. Eine Waffenruhe im Schwarzen Meer löse zwar nicht den Krieg, "aber zumindest einen bestimmten Aspekt davon".
+++ 20:47 Mutter in Oleschky fürchtete, ihr könnte das Kind weggenommen werden +++
Ihre größte Sorge während der Besatzung galt ihrer neunjährigen Tochter: Das erzählt Iryna, die gemeinsam mit der Tochter aus dem russisch besetzten Oleschky evakuiert wurde, nach ihrer Rückkehr in ukrainisch kontrolliertes Gebiet. Sie habe das besetzte Gebiet nicht früher verlassen können, da sie dafür einen russischen Pass hätte beantragen müssen, heißt es in einer Reportage bei der Nachrichtenagentur Ukrinform. Demnach hatte Iryna aber Angst, Behörden könnten ihr die Tochter wegnehmen: "Ich wollte nicht, dass sie die russische Staatsbürgerschaft annimmt. Dann könnten sie sie mir wegnehmen. Am schlimmsten war wohl die Vorstellung, dass sie mir mein Kind wegnehmen könnten. Ich habe noch niemandem davon erzählt." Ihren Angaben zufolge wurde ihr angeboten, das Kind ohne ihre Begleitung in ein Kinderferienlager zu schicken. Die Mutter befürchtete demnach, dass ihre Tochter weit weg von Zuhause und Verwandten landen könnte. Sie habe versucht, ihr Kind nie unbeaufsichtigt zu lassen.
+++ 20:11 Zehn Menschen bei Angriffen auf Pawlohrad verletzt +++
Das russische Militär greift die ukrainische Stadt Pawlohrad an. Die örtlichen Behörden sprechen am Abend von zehn Verletzten, unter ihnen drei Jugendliche. Mehrere Mehrfamilienhäuser und Infrastruktur seien beschädigt, heißt es.
+++ 19:33 Erdogan nennt Angriffe auf Handelsschiffe inakzeptabel +++
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnet Angriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer als inakzeptabel. Dies sei unabhängig davon, wer diese Angriffe verübe, sagt Erdogan auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj nach Gesprächen in Istanbul. Beide hätten über die Sicherheit der Schifffahrt im Schwarzen Meer gesprochen, sagt Erdogan weiter. Er werde die Gespräche über dieses Thema mit allen Seiten fortsetzen.
+++ 19:05 Selenskyj und Erdogan beraten über Verhandlungen +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach eigenen Angaben mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan über die bevorstehenden trilateralen Gespräche zwischen Unterhändlern der USA, der Ukraine und Russlands gesprochen. Die Beratungen sollten voraussichtlich Anfang November stattfinden, sagte Selenskyj. Sein Land wolle Europa und möglicherweise auch die Türkei in die Gespräche über die Beendigung des Krieges einbeziehen. Selenskyj, der sich in Istanbul aufhielt, erklärt außerdem, er begrüße, dass die Türkei ihre Unterstützung für den ukrainischen Energiesektor angesichts der verstärkten russischen Angriffe ausweiten werde.
+++ 18:35 Bericht: Ukraine hat Aussetzung von Raffinerie-Angriffen nie zugestimmt +++
Die Ukraine hat einem Bericht zufolge nie einer Aussetzung ihrer Angriffe auf russische Ölraffinerien zugestimmt. Dem "Kyiv Independent" zufolge erklären ukrainische Offizielle, dass Jared Kushner, Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, lediglich vorgeschlagen habe, die ukrainischen Angriffe auf Raffinieren für 30 Tage zu unterbrechen. Kiew habe einer Unterbrechung jedoch nie zugestimmt. Damit weisen die Ukrainer einen Bericht des "Wall Street Journal" zurück, wonach die Ukraine die Angriffe auf Druck von US-Präsident Donald Trump voraussichtlich bis nach den US-Zwischenwahlen unterbreche.
+++ 17:50 Oleschky-Flüchtlinge werden von Menschen am Straßenrand gefeiert +++
Bei ihrer Rückkehr in die Ukraine sind die evakuierten Bewohner aus Oleschky noch bei der Busfahrt von Menschen am Straßenrand begrüßt worden. Das berichtet Radio Svoboda und teilt ein Video dazu. Aufnahmen aus einem Bus zeigen, wie sich Menschen am Straßenrand versammelt haben und Ukraine-Flaggen schwenken. Zuvor hatten die Busse die Grenze von Belarus aus überquert. In einer gemeinsamen humanitären Mission von ukrainischer und russischer Seite hatten Zivilisten die Möglichkeit, die russisch besetzte Frontstadt Oleschky in der Südukraine zu verlassen. Ein Teil von ihnen wurde über Russland und Belarus zurück in die Ukraine gebracht, ein anderer Teil verblieb in Oleschky oder entschied sich für die Weiterreise nach Russland oder in russisch besetztes Gebiet in der Ukraine. Mehr dazu hier.
+++ 17:14 Ukraine: Haben russische Fabrik für Raketentreibstoff angegriffen +++
Das ukrainische Militär hat eigenen Angaben zufolge eine wichtige Fabrik für Raketentreibstoff in der russischen Grenzregion Rostow attackiert. Bei dem nächtlichen Angriff auf das staatliche Chemie- und Rüstungsunternehmen Kombinat Kamenski in Kamensk-Schachtinski sind vier Produktionsanlagen beschädigt worden, wie der ukrainische Generalstab mitteilt. Zudem sei es zu einem Brand gekommen. Zum Einsatz kamen demnach sowohl Drohnen als auch ukrainische Neptun-Raketensysteme. Die Anlage im Süden Russlands ist für die russische Kriegsführung von Bedeutung, da sie Treibstoff für Militärraketen herstellt.
+++ 16:38 US-Botschaft in Moskau warnt vor Anschlag +++
Die US-Botschaft in Moskau veröffentlicht in sozialen Netzwerken eine Warnung vor einem möglichen Anschlag in der russischen Hauptstadt. Der Botschaft lägen glaubhafte Hinweise vor, dass es heute im Bereich des Zarizyno-Schlossparks zu einem Vorfall mit zahlreichen Opfern kommen könnte. Die weitläufige Palast- und Parkanlage liegt im Süden Moskaus. Die US-Botschaft ruft dazu auf, sich heute von diesem Ort fernzuhalten und Menschenmengen zu meiden. Die US-Regierung stimme sich mit den russischen Behörden ab, heißt es weiter. Die russische Nachrichtenagentur RIA meldet, die USA hätten den russischen Inlandsgeheimdienst FSB vor einem geplanten Terroranschlag in Moskau gewarnt. Die Hinweise seien über bestehende Partnerkanäle eingegangen. Der FSB ergreife entsprechende Maßnahmen.
+++ 16:14 Ukraine: Russische Angriffe verursachen massive Stromausfälle +++
Russland hat nach Angaben aus Kiew erneut ukrainische Energieanlagen attackiert. Die Drohnenangriffe hätten in der vergangenen Nacht zu massiven Stromausfällen geführt, teilt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Telegram mit. In den Regionen Kiew und Dnipropetrowsk sei die Stromversorgung für rund 280.000 Haushalte unterbrochen worden. Selenskyj sprach von einer schwierigen Lage. Die Welt sehe, dass Russland täglich gezielt zivile Infrastruktur ins Visier nehme. Wer verhindern wolle, dass sich die russische Eskalation weiter nach Europa ausbreite, müsse der Ukraine helfen, erklärt Selenskyj.
+++ 15:58 Russland: Oleschky-Flüchtlinge in Notunterkunft auf der Krim untergekommen +++
Nicht nur in der Ukraine sind aus Oleschky geflohene Menschen angekommen, sondern auch auf der russisch besetzten Krim. Sie seien in einer Notunterkunft in Simferopol aufgenommen worden, schreibt die russische Menschenrechtsbeauftrage Jana Lantratowa in sozialen Medien. Für sie würden Zimmer und warme Mahlzeiten bereitgestellt, Ärzte, Psychologen und Freiwillige stünden bereit, heißt es weiter. Lantratowa verspricht zudem Unterstützung bei Fragen wie etwa der weiteren Unterbringung. Bei der Evakuierung aus der Fronstadt am Vortag hatten die Menschen nach russischen und ukrainischen Angaben die Wahl, sich für eine Ausreise oder den Verbleib zu entscheiden. Ein Teil der aus der Stadt gebrachten Bewohner reiste in die Ukraine weiter, ein anderer nach Russland. Weder die russische noch die ukrainische Seite gab bisher bekannt, wie viele Menschen evakuiert wurden.
+++ 15:04 Nach der letzten Etappe einer langen Flucht fließen Tränen +++
Als die geretteten Menschen aus Oleschky nach einer aufwendigen Evakuierungsaktion endlich wieder die Ukraine erreichen, spielen sich emotionale Szenen ab: In Videos sind lachende Gesichter zu sehen, Menschen liegen sich in den Armen und es fließen Tränen. Die letzte Etappe von Belarus in die Ukraine haben die Geretteten in Bussen zurückgelegt. Begleitet wurden sie unter anderem vom ukrainischen Menschenrechtsbeauftragen Dmytro Lubinets. "Die Strapazen und die Ungewissheit liegen nun hinter ihnen. Was vor ihnen liegt, ist die Chance, sich zu erholen und endlich aufatmen zu können, nachdem sie in ständiger Angst um ihr Leben gelebt haben", schreibt er in sozialen Medien. Demnach ist die älteste der geretteten Personen 94 Jahre alt, die jüngste 1 Jahr. Auch Haustiere, darunter ein Waschbär, seien mitgekommen, schreibt Lubinets. Nicht nur die zurückgelegte Strecke von der russisch besetzten Frontstadt in der Südukraine über die besetzte Krim, Russland und Belarus war weit. "Wir haben einen langen Weg hinter uns - von den Verhandlungen und der Einigung auf einen Waffenstillstand bis hin zur direkten Lieferung humanitärer Hilfe nach Oleschky und der Organisation der Evakuierung der Einwohner", erklärt der Menschenrechtsbeauftrage. Zudem verweist der darauf, dass die örtliche Waffenruhe für die Hilfsmission die bisher längste seit Kriegsbeginn sei. Mehr dazu hier.
+++ 14:20 Gerettete aus Oleschky sind zurück in der Ukraine +++
Gerettete Menschen aus der Frontstadt Oleschky sind zurück in der Ukraine, nachdem sie im Zuge einer Evakuierungsaktion über Russland und Belarus mit Bussen und per Flugzeug gereist sind. "Ukrainische Bürger aus Oleschny haben ukrainische Grenze in der Region Tschernihiw überquert", schreibt der ukranische Präsident Selensykj in sozialen Medien. Die Region Tschernihiw liegt im Norden der Ukraine und grenzt an Belarus. Von Belarus sollten die Geflohenen mit Bussen in die Ukraine gebracht werden.
+++ 13:58 Front rückt näher: Krieg treibt Kinder unter die Erde +++
Die Front rückt immer näher an Saporischschja heran. Während Drohnen und Bomben das Leben über der Erde lebensgefährlich machen, fliehen Mütter mit ihren Kindern in einen neuen, unterirdischen Schutzraum-Kindergarten. ntv-Reporterin Kavita Sharma begleitet die jungen Menschen.
+++ 13:26 Vorbild Oleschky: "Ein einziger Befehl aus dem Kreml würde genügen, und der Krieg wäre zu Ende" +++
In wenigen Stunden sollen Ukrainer aus der Stadt Oleschky von Belarus aus in ihr Heimatland einreisen. Viele dürften damit das erste Mal seit Jahren in Freiheit sein, denn Oleschky stand seit 2022 unter russischer Besatzung. Auch wenn noch nicht viele Details bekannt sind, so wird die Mini-Waffenruhe mitsamt Evakuierung bislang oft positiv bewertet. Der ukrainische Autor und Journalist Illia Ponomarenko schreibt auf X: "Wie sich herausstellt, braucht es lediglich einen Befehl aus dem Kreml, und schon hören Russen und Ukrainer auf, aufeinander zu schießen. Sie können in aller Ruhe und auf zivilisierte Weise die Evakuierung unschuldiger Zivilisten organisieren, die vom Hungertod bedroht sind. Sie können sogar ukrainische und amerikanische Journalisten vor Ort zulassen und so weiter. Na, wer hätte das gedacht?" Es gebe keinen einzigen angemessenen, rationalen, auch nur annähernd vernünftigen Grund, einen Krieg zu führen, der auf die Zerstörung der Ukraine abziele, schreibt Ponomarenko weiter. Der Kreml habe Donald Trump mit Oleschky im Vorfeld der Wahlen ein kleines Geschenk machen wollen. "Also erteilte er den Befehl, das Blutvergießen für einige Dutzend Stunden auszusetzen. Ein einziger Befehl aus dem Kreml würde genügen, und nicht nur eine lokale Waffenruhe wäre möglich - der gesamte Krieg wäre zu Ende. Einfach so. Sofort."
+++ 12:54 Russland meldet zwei Tote nach ukrainischem Drohnenangriff +++
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der russischen Grenzregion Brjansk sind den Behörden zufolge zwei Menschen getötet worden. Fünf weitere Personen seien bei dem Einschlag der Drohne in einem Wohnhaus in der Ortschaft Klimowo verletzt worden, teilte die Regionalverwaltung mit. Das russische Militär habe in den vergangenen 24 Stunden 29 ukrainische Drohnen über der Region abgeschossen.
+++ 12:22 Kein Verlass auf Musk und die USA? Ukrainischer Raketenhersteller setzt auf SpaceX-Alternativen +++
Der ukrainische Rüstungskonzern Fire Point habe Wege gefunden, Angriffe auf Russland und die besetzten Gebiete der Ukraine durchzuführen, ohne auf die Satellitendienste der US-Firma SpaceX von Elon Musk angewiesen zu sein, sagt Geschäftsführerin Iryna Terekh. Die 34-Jährige erklärt, das Unternehmen habe Ausweichlösungen gefunden, die es ermöglichten, Angriffsmissionen ohne Satellitenverbindung abzuschließen. "Wir haben unsere Systeme unter diesem Gesichtspunkt entwickelt. Fire-Point-Systeme sind darauf ausgelegt, eine Mission ohne Satellitenverbindung zu Ende zu führen." Das Unternehmen entwickelt die ballistischen Raketen FP-7 und FP-9. Erstere soll eine Reichweite von 300 Kilometern haben und bereits zur Verteidigung gegen die russische Invasion im Einsatz sein. Die FP-9 mit höherer Reichweite soll bald folgen. Die Satellitendienste von SpaceX - Starlink und Starshield - hatten in der Ukraine zuletzt nur eingeschränkt funktioniert und sind nicht für Attacken auf russisches Territorium vorgesehen. "Wir haben einen Weg gefunden, diese Herausforderung technisch zu bewältigen, aber das deckt wahrscheinlich nur 15 bis 20 Prozent dessen ab, was wir leisten könnten, wenn Starlink (über Russland) funktionieren würde", sagt Terekh.
+++ 11:47 Fragwürdige AfD-Veranstaltung zur Ukraine - Kiews Botschafter sagt ab +++
Die AfD-Fraktion im Bundestag lädt zu einer Podiumsdiskussion mit dem Namen "Die Schweiz des Ostens. Vision einer friedlichen Ukraine". Als Gast ist unter anderem Julija Mendel geladen, eine ehemalige Sprecherin des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, die in den vergangenen Jahren verstärkt mit russlandfreundlichen Positionen aufgefallen ist. Auch der kremlnahe AfD-Politiker Markus Frohnmaier soll dabei sein, über den es Spekulationen gab, dass er ein russischer Agent sein könnte. Frohnmaier wies einst Berichte mehrerer Medien zurück, dass russische Kräfte ihn "absolut unter Kontrolle" haben könnten. Zuletzt bezeichnete er Kreml-Unterhändler Kirill Dmitrijew öffentlich als seinen "Freund". Der ukrainische Botschafter Oleksij Makejew wird trotz Einladung nicht zu der AfD-Veranstaltung kommen. Er schreibt auf X: "Mit 'Schweiz des Ostens' meint die AfD wahrscheinlich die Sächsische Schweiz? Die Ukraine bleibt weder neutral gegenüber Kriegsverbrechen noch wehrlos. Ich bleibe fern."
+++ 11:05 Russische Luftwaffe verliert immer mehr Kampfflugzeuge und Helikopter +++
Die 3. separate Sturmbrigade der ukrainischen Streitkräfte meldet die Zerstörung eines Mi-8-Hubschraubers. Dieser sei erst zu schnell gewesen für eine Angriffsdrohne der Einheit. "Doch sobald der Hubschrauber gelandet war, wurde ihm ein Schlag im Bereich der Treibstofftanks verpasst. Eine zweite Drohne hat das Ziel erfolgreich ausgeschaltet", teilt die Brigade mit. Die ukrainische Nachrichtenagentur Unian berichtet zudem unter Berufung auf einen Telegram-Kanal, dass am Donnerstag ein hochmoderner russischer Kampfjet vom Typ Su-57 bei einem Unfall niedergebrannt sei. Die russischen Streitkräfte hatten in den vergangenen Wochen bereits eine hohe Anzahl an Kampfflugzeugen durch ukrainische Angriffe oder Unglücke verloren. Allein sechs Su-34 wurden Mitte Oktober auf einem Flugplatz getroffen:
+++ 10:29 Entkräftete Ukrainer aus Oleschky sind in Belarus angekommen +++
Evakuierte aus der von Russland besetzten Frontstadt Oleschky in der Südukraine sind in Belarus angekommen. Drei Flugzeuge mit den Menschen an Bord landeten auf dem Flughafen von Homel, wie die belarussische Nachrichtenagentur Belta meldet. Die Evakuierten, die weiter in die Ukraine wollen, waren demnach zuvor mit Bussen über die von Russland annektierte Halbinsel Krim in die russische Stadt Anapa gebracht worden. Von dort aus wurden sie nach Belarus geflogen, um anschließend über einen Grenzübergang in die Ukraine gebracht zu werden. Die entkräfteten und erschöpften Bewohner waren gestern im Rahmen einer gemeinsamen Hilfsmaßnahme der beiden Kriegsparteien mit Bussen aus Oleschky evakuiert worden. Es war der erste Vorgang dieser Art in dem seit mehr als vier Jahren andauernden Krieg.
+++ 09:58 USA sollen zur Mäßigung gegenüber Russland aufgerufen haben - Estland kontert deutlich +++
Vertreter des Pentagons haben in den vergangenen Wochen laut Reuters mehrere Nato-Staaten gebeten, ihre Rhetorik hinsichtlich der von Russland ausgehenden Bedrohung zu mäßigen. Zu den ermahnten Staaten gehören demnach Litauen, Lettland und Estland. Wie vier mit der Angelegenheit vertraute Personen angaben, wurde dies damit begründet, dass einige Äußerungen europäischer Politiker und Amtsträger die Sicherheit auf dem Kontinent untergraben hätten. Der estnische Ministerpräsident Kristen Michal sagt gegenüber dem Medium Delfi: "Ich werde mich nicht zurückhalten. Putin ist ein Diktator, der Frauen und Kinder tötet. Und er wird das so lange tun, bis er zum Umdenken gezwungen wird." Sich bei Diktatoren einzuschmeicheln führe nur zur Demütigung und trage letztlich nichts zum Schutz der Freiheit bei, so Michal.
+++ 09:16 Ukrainer aus Oleschky fliegen in russischer Militärmaschine nach Belarus +++
Die aus der von Moskaus Truppen besetzten Frontstadt Oleschky geretteten Menschen sind nach russischen Militärangaben aus der Schwarzmeer-Stadt Anapa ausgeflogen worden. Sie würden in russischen Militärmaschinen gemeinsam mit dem ukrainischen Menschenrechtsbeauftragten Dmytro Lubinez nach Gomel in Belarus gebracht, teilt das Verteidigungsministerium mit. Von dort aus reisen sie demnach weiter in die Ukraine. Zur Zahl der am Vortag bei der Evakuierung aus Oleschky Geretteten gibt es weiter keine konkreten Angaben. Dem Vernehmen nach verließen mehr als 200 Menschen die Stadt in dem von Russland annektierten Gebiet Cherson in Richtung Ukraine. Dutzende Menschen hatten sich für eine Ausreise in von Russland kontrollierte Gebiete entschieden. Weitere werden in Oleschky verbleiben.
+++ 08:34 Britischer Außenminister macht Lawrow bei G20-Treffen unmissverständliche Ansage +++
Der britische Außenminister Ed Miliband hat gestern beim Treffen der G20-Außenminister deutliche Worte an den russischen Außenminister Sergej Lawrow gerichtet. Bloomberg zitiert Miliband mit folgenden Worten: "Wir alle wissen, wer der Aggressor in diesem Krieg ist. Lassen Sie uns darüber sprechen, was gestern am Bahnhof von Dnipro geschehen ist. Erst gestern haben Ihre Drohnen 15 Menschen angegriffen und getötet. Und es gibt unzählige Beispiele wie dieses, bei denen Sie während dieses Krieges unschuldige Zivilisten getötet haben. Wir alle wissen, dass Sie der Aggressor sind. Wir alle wissen, dass Sie diesen Krieg vor viereinhalb Jahren mit der großangelegten Invasion der Ukraine begonnen haben." Russland gewinne diesen Krieg nicht, so Miliband weiter. "Dank des Mutes des ukrainischen Volkes und der Solidarität der Länder an diesem Tisch gewinnen Sie nicht. Wenn Sie den Mut hätten, die Wahrheit zu sagen und das Richtige zu tun, würden Sie Putin sagen, dass er diesen Krieg nicht gewinnt und auch nicht gewinnen wird."
+++ 07:51 Viel Kritik an Armin Laschet für Beitrag über Oleschky +++
Nach Bemühungen der USA und des Vatikan lässt Russland die Ukraine Bewohner aus der völlig zerstörten Stadt Oleschky abholen. CDU-Politiker Armin Laschet bekommt für einen Beitrag dazu auf X viel Kritik. Dort schreibt er: "Ukrainer und Russen arbeiten bei der humanitären Mission in Oleschky eng zusammen. Die Beiträge des Parlamentsbeauftragten geben Anlass zur Hoffnung auf Diplomatie und Annäherung." Der Politikwissenschaftler Thomas Jäger antwortet beispielsweise: "Was ist es, falls es keine Naivität ist?" Russland hat zeitgleich mit der humanitären Mission anderenorts in der Ukraine viele Zivilisten getötet, beispielsweise in Dnipro. Ukrainische Geheimdienste werfen der an der Mission beteiligten russischen Menschenrechtsbeauftragten Jana Lantratowa vor, bei der Entführung von Kindern aus besetzten Gebieten geholfen zu haben. Oleschky wäre auch heute noch eine intakte, lebendige ukrainische Stadt, wenn Russland nicht den Angriffskrieg gestartet hätte. Moskau nutzt die humanitäre Mission, um sich als Helfer zu inszenieren und die Ukraine für die Zerstörung verantwortlich zu machen. Russlands Außenminister Sergej Lawrow äußerte sich darüber hinaus kürzlich wenig diplomatisch. Ukrainische Quellen berichten, dass die Kreml-Streitkräfte ihre Truppen im Raum Oleschky verstärken.
+++ 07:14 Selenskyj kündigt wichtige Gespräche in der Türkei an +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigt an, er werde im Rahmen diplomatischer Bemühungen nach mehr als viereinhalb Jahren Krieg mit Russland "wichtige" Gespräche in der Türkei führen. In seiner abendlichen Videoansprache deutet Selenskyj an, die Gespräche stünden mit der Wiederaufnahme der Verhandlungen im nächsten Monat in Verbindung, die auf eine Lösung des Konflikts abzielten. "Wichtige Verhandlungen werden in der Türkei stattfinden. Wir arbeiten auch daran, alle verfügbaren diplomatischen Möglichkeiten auszuschöpfen", sagt Selenskyj. "Wir gehen davon aus, dass wir im November in der Lage sein werden, zu den Formaten überzugehen, die schon so lange diskutiert werden." Der Kommunikationschef des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan erklärt auf der Plattform X, dass Selenskyj Erdogan am Samstag in Istanbul treffen werde. Der ukrainische Präsident hatte diese Woche die Hoffnung geäußert, dass ein trilaterales Treffen von Unterhändlern der Ukraine, Russlands und der USA zwischen dem 6. und 10. November in Abu Dhabi stattfinden könne. Er wünsche sich zudem, dass Europa in die Gespräche einbezogen werde.
+++ 06:45 Wadephul über G20-Treffen mit Lawrow: Beratungen kontrovers, aber sachlich +++
Die Beratungen auf dem G20-Gipfel in Atlanta seien mit einigen Teilnehmern kontrovers, es herrsche aber ein sachlicher Ton, der dem Ernst der Lage gerecht werde, sagt Außenminister Johann Wadephul. "Alle merken, alle wissen, dass die Welt in einer außerordentlich kritischen Situation ist" und dass es die Aufgabe der G20 sei, "alles zu versuchen, Konflikte und Krisen zu entschärfen". Russland spielt als Unterstützer des Iran auch eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit den weltweiten wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges. Der Iran-Krieg und der Krieg in der Ukraine belasten die Weltwirtschaft: Der eingeschränkte Schiffsverkehr in der Straße von Hormus sorgt für drastisch steigende Preise für Öl und Gas. Der Krieg in der Ukraine führt zu großen Beeinträchtigungen für den Handel mit Dünger und Getreide über das Schwarze Meer.
+++ 06:14 Evakuierung aus Oleschky nach Russland gestartet - Einwohner hat Angst vor "Tricks" +++
Viele Einwohner haben die ukrainische Stadt Oleschky mittlerweile mit Bussen verlassen - in Richtung Russland, und nicht ins wenige Kilometer entfernte ukrainisch kontrollierte Gebiet. Der Weg dorthin sei zu vermint, heißt es. Von Russland über Belarus soll es anschließend in die Ukraine gehen. "Hier war es mal so schön, bis die Russen meinten, ihnen gehört das. Nun ist alles kaputt", sagt ein Einwohner mit dem Namen Sascha. "Wir haben solche Angst, dass die Russen tricksen und uns mit dem Bus irgendwohin bringen - nur nicht in die Ukraine." Viele Einwohner wollen wohl auch bleiben. Dazu gehört Oleh. Er hofft, dass der Krieg die längste Zeit gedauert hat und Oleschky wie alle von den Russen besetzten Gebiete wieder unter ukrainische Kontrolle kommt. Bis dahin hoffe er vor allem auf Sonne, damit die vielerorts sichtbaren Solaranlagen genug Strom liefern, sagt er mit einem Lächeln.
+++ 05:41 Russland: Einladung Polens zu G20-Treffen kontraproduktiv +++
Russland hat die Einladung Polens zu einem G20-Treffen als kontraproduktiv kritisiert. Dies verstoße gegen die diplomatische Gepflogenheit, bei solchen Zusammenkünften einen Konsens zu suchen, sagt der russische Außenminister Sergej Lawrow laut russischen Nachrichtenagenturen am Rande eines G20-Außenministertreffens in Atlanta. Polen trage dem Treffen "nichts bei" und seine Wirtschaft sei nicht groß genug für eine Teilnahme. Der Anspruch, Osteuropa zu vertreten, sei zudem falsch, da es bereits eine ausreichende Vertretung durch die Nato und die Europäische Union gebe. Der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski sagt Reportern in Atlanta, die USA hätten beantragt, Polen als ständiges Mitglied in die G20 aufzunehmen. Warschau setze sich dafür ein. Lawrow erklärte dazu, die USA hätten Polen ohne Absprache eingeladen. "Die Amerikaner haben den polnischen Minister einfach eingeladen, er kam und hat seinen Platz eingenommen", wird Lawrow zitiert.
+++ 04:37 G20: Kallas wirft Lawrow "Lügen" über Ukraine vor +++
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat dem russischen Außenminister Sergej Lawrow beim G20-Außenministertreffen in den USA vorgeworfen, dort Lügen über den Ukraine-Krieg verbreitet zu haben. "Natürlich hat er viele Lügen, viele falsche Darstellungen vorgebracht, die wir anschließend widerlegen konnten", sagt Kallas. Lawrow habe keine Bereitschaft Moskaus zu Friedensverhandlungen erkennen lassen. Auf die Frage, ob Lawrow Anzeichen für ein Einlenken gezeigt habe, antwortete Kallas mit "Nein". Selbst, wenn der Kreml dies mit Worten behaupten würde, "sprechen die Taten eine andere Sprache". Die Monate Juli, August und September seien für Zivilisten in der Ukraine die tödlichsten gewesen. Russland müsse "mit Taten zeigen, dass es zu Verhandlungen bereit ist", fügt sie hinzu. "Aber das ist es ganz eindeutig nicht." Lawrow sei bei den Beratungen "ziemlich provokant" aufgetreten, erklärt ein weiterer europäischer Diplomat vor Journalisten.
+++ 03:12 Klitschko: Russische Angriffe auf Infrastruktur in Kiew +++
Russische Streitkräfte haben nach Angaben des Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, erneut die ukrainische Hauptstadt angegriffen. Ziel sei die Infrastruktur gewesen, teilt Klitschko auf Telegram mit. In vier Bezirken der Stadt sei zum Teil der Strom ausgefallen, erklärt zudem der Energieversorger DTEK.
+++ 02:17 Selenskyj beklagt unverminderte russische Angriffe auf Energiesektor +++
Die russischen Streitkräfte setzen die Angriffe gegen den ukrainischen Energiesektor nach Regierungsangaben aus Kiew unvermindert fort. "Leider gibt es jeden Tag Treffer in der Energieinfrastruktur, sehr viele Schäden; die russische Operation gegen unsere Stromerzeugung, gegen unsere Netze und gegen die Stromverbindungen dauert an", sagt Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Vielerorts seien die Notdienste im Einsatz, um die Versorgung wiederherzustellen. "Die Russen haben keinen einzigen Schritt zur Deeskalation im Energiesektor unternommen", sagt Selenskyj.
+++ 00:50 Ukraine: Russischer Helikopter mit Drohnen zerstört +++
Ukrainische Truppen haben nach eigenen Angaben einen russischen Mi-8-Hubschrauber zerstört. Dieser sei im besetzten Gebiet Luhansk entdeckt und zum Ändern seiner Flugrichtung gezwungen worden, schreibt das dritte Armeekorps in sozialen Medien. Ukrainische Drohnen trafen den Helikopter demnach, nachdem dieser gelandet war. "Infolge des Angriffs brannte der Militärhubschrauber, den die russische Armee für Personal- und Gütertransporte, Evakuierungen und Feuerunterstützung einsetzt, vollständig aus", schreiben die Ukrainer.
+++ 23:51 Kiew setzt auf Fernangriffe bis nach Sibirien +++
In ihrem Abwehrkampf gegen Russlands Angriffskrieg baut die Ukraine ihre Kapazitäten für Fernangriffe mit Kampfdrohnen aus. "Russische Anlagen auf der Linie von der Jamal-Halbinsel bis tief nach Westsibirien hinein sind inzwischen in Reichweite unserer Fernkampfdrohnen", sagt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und kündigt zugleich den Ausbau dieser Fernkampfeinheiten an. "Die ukrainischen Fernkampf-Kapazitäten gehören zu den echten Garanten unserer Unabhängigkeit in diesem Krieg, und sie werden auch nach dem Krieg unsere langfristige Sicherheitsgarantie bleiben."
+++ 22:58 Lawrow: Keine Entspannung zwischen Moskau und Washington +++
In den Beziehungen zwischen Russland und den USA gibt es nach den Worten des russischen Außenministers Sergej Lawrow bisher keine Entspannung. "In der Praxis sind bislang keine wirklichen Fortschritte in den Beziehungen zu den USA zu erkennen. Man sollte sich keine Illusionen hinsichtlich des Diesel-Deals machen", sagt Lawrow am Rande des G20-Außenministertreffens in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia. "Die grundlegenden Fragen werden nicht gelöst, die Sanktionen dauern an, alle Sanktionen (des ehemaligen US-Präsidenten Joe) Bidens werden von der derzeitigen Regierung fortgeführt, und es werden zusätzliche Sanktionen gegen (die Ölgiganten) Lukoil und Rosneft verhängt", erklärt er.
+++ 22:08 Tallinn hält nichts von abgemilderten Worten zur russischen Bedrohung +++
Der estnische Ministerpräsident Kristen Michal weigert sich, seine Rhetorik gegenüber Russen abzuschwächen: "Ich werde mich nicht zurückhalten", sagt er im Gespräch mit dem estnischen Nachrichtenportal Delfi. "Putin ist ein Diktator, der Frauen und Kinder tötet. Und er wird damit weitermachen, bis er gezwungen wird, seinen Kurs zu ändern", sagt Michal. Vertreter des Pentagons hatten in den vergangenen Wochen mehrere Nato-Staaten gebeten, ihre Rhetorik hinsichtlich der von Russland ausgehenden Bedrohung zu mäßigen. Bei Delfi erklärt Michal, er habe keine direkten Aufforderungen aus den USA erhalten, seine Rhetorik abzumildern. Der Politiker fügt hinzu: "Diktatoren zu besänftigen führt nur zu Demütigung, und die Freiheit geht letztlich sowieso verloren."
+++ 21:38 Kanada beteiligt sich an riesigem EU-Darlehen für Ukraine +++
Kanada will sich an den Kosten eines 90-Milliarden-Euro-Kredits der Europäischen Union für die Ukraine beteiligen. Das kündigt Ottawa nach dem EU-Kanada-Gipfel in Montreal an, jedoch ohne Details bekanntzugeben. Brüssel hat der Ukraine für 2026 und 2027 einen Kredit über 90 Milliarden Euro gewährt. Damit soll Kiew in die Lage versetzt werden, Haushaltslöcher zu schließen und Waffen zu kaufen - vorzugsweise in Europa. Finanziert wird das Darlehen über einen Kredit, den die EU über ihren Haushalt absichert. Auch die Zinsen in Höhe von drei bis vier Milliarden Euro pro Jahr sollen aus dem EU-Budget bezahlt werden. An diesen Kosten könnte Ottawa sich beteiligen und dafür in den Kreis der Länder aufgenommen werden, die bei der Vergabe von ukrainischen Rüstungsaufträgen bevorzugt zum Zug kommen sollen.
+++ 21:02 USA erlauben Verkauf Hunderter Patriot-Raketen an Kiew +++
Die US-Regierung genehmigt den Verkauf von 500 Patriot-Raketen des Typs PAC-3 an die Ukraine. Das US-Außenministerium teilt mit, der Verkauf habe einen geschätzten Wert von 2,1 Milliarden Dollar. Die Finanzierung erfolgte den Angaben zufolge durch Beiträge von Kanada, Deutschland und Norwegen sowie durch ukrainische Eigenmittel, die über einen Kredit der EU finanziert wurden. Hauptauftragnehmer war der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Anfang der Woche erklärt, sein Land warte angesichts verstärkter russischer Angriffe auf die Infrastruktur seit fast einem Monat auf die Genehmigung der Raketenlieferungen. Systeme vom Typ Patriot sind besonders wirksam bei der Abwehr ballistischer Raketen, die Russland in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine einsetzt.
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