Wer folgt auf Steinmeier?Altkanzlerin Merkel soll Bundespräsidenten mitwählen

Ende Januar 2027 kommt die Bundesversammlung zusammen, um das neue Staatsoberhaupt zu wählen. Derzeit nominieren die Bundesländer ihre Wahlleute. Die CDU in Schleswig-Holstein will Altkanzlerin Merkel schicken - und einen ehemaligen Handballstar.
Die CDU in Schleswig-Holstein will die frühere Kanzlerin Angela Merkel zur Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten im kommenden Jahr entsenden. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet. Die CDU-Politikerin war 2022 noch von Mecklenburg-Vorpommern ins Rennen geschickt worden. "Nach dem Ausscheiden der CDU-Fraktion aus dem Schweriner Landtag haben wir als Nachbarn die Benennung von Frau Merkel daher gerne und aus voller Überzeugung übernommen", hatte Schleswig-Holsteins CDU-Fraktionschef Tobias Koch die Entscheidung begründet. Daneben sollen für die CDU unter anderem Bundesbildungsministerin Karin Prien und Ministerpräsident Daniel Günther sowie Ex-Handballstar Patrick Wiencek das nächste Staatsoberhaupt wählen.
Über die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird am 30. Januar 2027 entschieden. Die Bundesländer benennen zurzeit ihre Wahlleute für die Bundesversammlung, obwohl die schwarz-rote Koalition in Berlin sich noch nicht auf eine Kandidatin oder einen Kandidaten festgelegt hat.
Die Altkanzlerin hatte zuletzt für eine Frau als Nachfolgerin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geworben. "Es gibt 77 Jahre Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, und es gab noch nie eine Frau als Bundespräsidentin", beklagte Merkel in einem Interview bei Magenta TV. Da müsse sich jeder fragen, "ob es jetzt nicht mal an der Zeit wäre", sagte die CDU-Politikerin in der Talksendung "Bestbesetzung" mit Johannes B. Kerner.
Die Bundesversammlung ist mit 1260 Mitgliedern das größte parlamentarische Gremium in Deutschland. Es hat nur eine Aufgabe: Die Wahl des Bundespräsidenten oder der Bundespräsidentin. Deswegen kommt die Bundesversammlung in der Regel nur alle fünf Jahre zu einer Sitzung zusammen. Debattiert wird in der Bundesversammlung nicht, gewählt wird ohne Aussprache.
Mitglied der Bundesversammlung sind die 630 Abgeordneten des Bundestages sowie eine gleiche Anzahl an Ländervertretern. Die einzelnen Bundesländer entsenden ihre Vertreter gemäß ihrer Bevölkerungszahl. Benannt werden sie nach den Mehrheitsverhältnissen der Fraktionen in den jeweiligen Landtagen: Meist sind es Landesabgeordnete, es können aber auch andere Persönlichkeiten ein Mandat erhalten, zum Beispiel Sportler oder Schauspieler. In der nächsten Bundesversammlung werden die Berliner Koalitionsparteien Union und SPD eine deutliche Mehrheit haben.
