Politik

Zerstörungen in GroßstadtIsrael zieht Soldaten aus Hebron ab

02.11.2026, 12:28 Uhr
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Viele durch die israelische Operation vertriebene Palästinenser fanden ihr Hab und Gut bei ihrer Rückkehr beschädigt vor. (Foto: picture alliance / Anadolu)

Als Reaktion auf die Tötung zweier israelischer Soldaten startet Israel in der Universitätsstadt Hebron eine Militäroperation. Nach anderthalb Wochen zieht die Armee nun ab. Für die Region und deren Bewohner hat das von Israel als Anti-Terror-Einsatz deklarierte Vorgehen weitreichende Folgen.

Gut eine Woche nach Beginn des israelischen Militäreinsatzes im Raum Hebron zieht die Armee nach Angaben des Gouverneurs aus der Stadt im Westjordanland ab. Palästinensische Sicherheitskräfte hätten die vollständige Kontrolle in dem Gebiet, sagte Gouverneur Chalid Dudin vor Journalisten. Rund 3300 Anwohner, die durch den Einsatz vertrieben wurden, könnten nun sicher in ihre Häuser zurückkehren. Ihre Häuser seien weitgehend zerstört, sagte Dudin, und kündigte schnelle Schritte zum Wiederaufbau an.

Das israelische Militär bestätigte den Rückzug aus Hebron. Die Soldaten seien am Morgen "nach Abschluss aller operativen Aktivitäten" abgezogen worden, teilte ein Armeesprecher mit. Andere "Anti-Terror-Einsätze" in dem palästinensischen Gebiet würden fortgesetzt. 

Vor anderthalb Wochen hatten zwei Angreifer aus Hebron zwei israelische Soldaten getötet und drei weitere verletzt. Auch die beiden mutmaßlich palästinensischen Angreifer wurden getötet. Israels Militär begann daraufhin nach eigenen Angaben einen Anti-Terror-Einsatz, bei dem die Stadt dem Bürgermeister zufolge abgeriegelt wurde. Laut israelischer Armee wurden in vergangenen Tagen mehrere Verdächtige festgenommen und Waffen sichergestellt. Israelische Soldaten durchsuchten dabei Hunderte Häuser.

3000 Menschen vertrieben

Das UN-Nothilfebüro Ocha erklärte, dass bei dem Einsatz mehr als 3000 Menschen vertrieben worden sein, darunter 500 Familien mit vielen Kleinkindern. Die meisten der Betroffenen seien bei Verwandten untergekommen. Wohnhäuser und Geschäfte seien zerstört worden. Teils nutzten Soldaten nach UN-Angaben auch Wohnhäuser als Militärposten.

Der Einsatz hat nach palästinensischen Angaben auch schwere Folgen für die Wirtschaft. Bürgermeister Jussef al-Dschabari sprach von täglichen Verlusten in Höhe von umgerechnet rund 3,5 Millionen Euro. Unternehmen könnten wegen des Einsatzes keine Rohstoffe mehr beziehen oder Waren ausliefern und Beschäftigte ihre Arbeitsstätten nicht mehr erreichen. Direkte Folgen gab es auch für Tausende Schüler und Studenten: Dem UN-Kinderhilfswerk Unicef zufolge wechselten 250.000 von ihnen in fast 700 Bildungseinrichtungen aus Sicherheitsgründen in den Distanzunterricht. 

Israel hält das Westjordanland seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 besetzt. Dort leben etwa drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler, deren Siedlungen nach dem Völkerrecht illegal sind. Zuletzt hatten Siedlerangriffe auf palästinensische Olivenbauern die Spannungen im Westjordanland verschärft. 

Quelle: ntv.de, lar/dpa/AFP

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