Hamburg & Schleswig-HolsteinDiakonie startet Winternotprogramm im Norden

Viele Obdachlose nutzen bestehende Notunterkünfte nicht und übernachten auf der Straße. Die Diakonie verstärkt bei sinkenden Temperaturen ihre Hilfe im Norden – welche Angebote nun bereitstehen.
Kiel (dpa/lno) - Die Diakonie Schleswig-Holstein beginnt angesichts des zunehmend kälteren Wetters mit ihrem Winternotprogramm für Wohnungslose. Die Gefahr, dass Menschen ohne festen Wohnsitz krank werden oder erfrieren, sei groß. Die Mitarbeiter der diakonischen Wohnungslosenhilfe helfen, dass die Betroffenen die kalte Jahreszeit unbeschadet überstehen, teilte Landespastor und Diakonievorstand Heiko Naß mit. "Als Gesellschaft sind wir aber alle gefragt." Naß appellierte: "Behalten Sie obdachlose Menschen im Blick und holen Sie im Notfall Hilfe".
Geschätzt mehrere Hundert Betroffene im Norden
Das Winternotprogramm richtet sich nach Angaben der Diakonie an wohnungslose Menschen, die nur auf der Straße leben und dort auch übernachten. Sie lehnten es meist ab, in den bestehenden Notunterkünften zu übernachten. Der Wohlfahrtsverband geht davon aus, dass in Schleswig-Holstein mehrere Hundert Menschen überhaupt kein Dach über dem Kopf haben. Hinzu kommen die Menschen, die keine Wohnung haben und tagsüber nicht in den Übernachtungsstätten bleiben dürfen.
Tagestreffs verlängern Öffnungszeiten
Die Tagestreffs und Beratungsstellen der diakonischen Wohnungslosenhilfe erweitern tagsüber wieder ihre Öffnungszeiten. Menschen ohne Obdach können sich dort aufwärmen, duschen und ins Internet gehen. Sie erhalten heiße Getränke und für den Notfall Schlafsäcke, Isomatten, Zelte, warme Kleidung und festes Schuhwerk. Mitarbeiter der Wohnungslosenhilfe seien außerdem verstärkt auf den Straßen unterwegs, um obdachlosen Menschen Hilfe anzubieten. Die Diakonie betreut nach eigenen Angaben in den Wintermonaten wieder zusätzliche Notschlafplätze in Husum, Lübeck, Elmshorn und Norderstedt.