HessenFraport: Neues Terminal macht Flugbetrieb pünktlicher

Das Drehkreuz Frankfurt entwickelt sich im Fraport-Konzern langsamer als die Auslandsflughäfen. Das neue Passagierterminal 3 hat aber den Betrieb verbessert und bietet Platz für weiteren Verkehr.
Frankfurt (dpa/lhe) - Am Frankfurter Flughafen ist Betreiber Fraport zufrieden mit dem im April eröffneten Passagierterminal 3. Die zusätzlichen Kapazitäten hätten zu einem verbesserten und pünktlicheren Betrieb auf dem gesamten Flughafen beigetragen, berichtete Vorstandschef Stefan Schulte. Dazu kämen höhere Einnahmen aus Einzelhandel, Parkgebühren, Werbung und Vermietungen. Der Umzug von 57 Fluggesellschaften vom inzwischen geschlossenen Terminal 2 in das neue Gebäude habe reibungslos geklappt.
Weitere Effekte sollten sich ergeben, wenn zum kommenden Sommer wie geplant die Fluggesellschaft Condor ihre Abfertigung an das Terminal 3 verlegt, um dort ihr Drehkreuz zu betreiben. Hier könnten deutlich mehr Flugzeuge direkt am Gebäude abgefertigt werden, was zu einem höheren Komfort für die Passagiere führe. Ein derartiger Betrieb wäre auf Dauer im Terminal 1 nicht möglich gewesen, sagte Schulte. Am geschlossenen Terminal 2 dauern die Planungen für eine grundsätzliche Sanierung noch bis zu zwei Jahre an.
Passagierzahl stagniert
Trotz des Iran-Kriegs und hoher Kerosinpreise hält Fraport an den Erwartungen für 2026 fest. An Deutschlands größtem Airport dürfte die Zahl der Fluggäste auf dem Niveau der 63,2 Millionen aus dem Vorjahr verharren, teilte das im MDax gelistete Unternehmen mit. Im Oktober zählte Fraport etwa so viele Passagiere wie ein Jahr zuvor, in den ersten zehn Monaten waren es sogar 0,2 Prozent weniger, wie aus einer Präsentation für Analysten hervorgeht.
Im dritten Quartal steigerte Fraport den Umsatz im Jahresvergleich um 3,5 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wuchs nur dank eines Anteilsverkaufs um 0,4 Prozent auf 595 Millionen Euro, wie das Unternehmen bereits im Oktober mitgeteilt hatte. Der Überschuss ging um fast ein Viertel auf 263 Millionen Euro zurück. Nach Fertigstellung mehrerer Großprojekte drücken hier steigende Abschreibungen und Zinsbelastungen wie geplant das Ergebnis.
Griechische Flughäfen gefragt
Rückenwind verzeichnet Fraport vor allem von seinen Flughäfen im Ausland: Dank der dortigen Zuwächse lag das Fluggastaufkommen in den ersten neun Monaten konzernweit erstmals über dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019. Besonders erfolgreich sind dabei die in Griechenland übernommenen Flughäfen, deren Passagierzahl schon 28 Prozent oberhalb der Vorkrisenniveaus liegt. In der laufenden Woche werde man mit Kalamata auf dem Peloponnes den 15. Flughafen in dem EU-Land übernehmen.
Für das laufende Jahr erwartet Schulte weiterhin einen Anstieg des operativen Gewinns auf bis zu 1,5 Milliarden Euro. Der Überschuss dürfte jedoch auf 300 bis 400 Millionen Euro sinken. Für 2027 sei wichtig, dass die Airlines zusätzliche Interkontinentalflüge eingeplant hätten. Fraport will auch vom Einsatz neuer Großraumflugzeuge profitieren, die Lufthansa für 2027 angekündigt hat. Angesprochen auf die Wahlniederlage von US-Präsident Donald Trump meinte der Fraport-Chef, dass sich möglicherweise die Reisebereitschaft einiger Kunden erhöhen könne.