ThüringenBrennholz gefragt - Wo und wie es zu haben ist

Es ist frisch geworden: Die Heizperiode hat auch in Thüringen begonnen. Was es zum Brennmaterial für Holzöfen und Kamine zu wissen gibt.
Erfurt (dpa/th) - Die Temperaturen gehen runter, und in Öfen und Kaminen landen wieder Holzscheite. Das macht sich auch beim Thüringer Staatswald bemerkbar. "Auf den beiden Brennholzlagerplätzen bei ThüringenForst ist eine erhöhte Nachfrage zu verzeichnen", sagte eine Sprecherin der Landesforstanstalt auf Anfrage. Gerade aufgrund hoher Energiepreise sei Holz nicht nur ein ökologischer, sondern aktuell auf den Energiegehalt gerechnet auch ein günstigster Brennstoff, begründete sie unter anderem den Andrang.
Buche am teuersten, Weich- und Nadelhölzer günstiger
Wie viel Geld Kaminnutzer für die Hölzer zahlen müssen, hänge unter anderem von der Baumart ab, der Qualität und der Arbeit, die auf dem Weg vom noch stehenden Baum bis zum fertigen Brennholz geleistet wurde.
So seien getrocknete Brennholzscheite deutlich teurer als im Bestand liegendes Waldrestholz zur Selbstwerbung. Am teuersten sei in der Regel das harte Buchenholz, Pappel oder andere weichere Hölzer seien günstiger. Auch muss häufig für Laubholz mehr als für die gleiche Menge Nadelholz gezahlt werden. In den Forstämtern Erfurt-Willrode und Bad Berka etwa gibt es den Angaben nach den Raummeter Buche für 55 Euro, Fichte dagegen für 40 Euro.
Das Preisniveau für Energieholz sei relativ konstant. "Eine saisonale Steigerung aufgrund der erhöhten Nachfrage mit Blick auf die Heizsaison ist normal, liegt aber bei unter zehn Prozent", so die Sprecherin.
An den beiden Brennholzplätzen in Erfurt-Willrode und Bad Berka sind zudem nur Stämme oder ganze Baumkronen zu bekommen. Kunden müssen diese selbst auf die gewünschte Feuerholzgröße für Ofen und Kamin stutzen. Zum Abtransport kann das gekaufte Holz zumindest gekürzt werden.
Selbst anpacken und sparen
Günstiger wird der Brennholzkauf für diejenigen, die nach der Holzernte noch in den Beständen liegendes Holz selbstständig aufarbeiten und auch selbst abtransportieren. Dabei könnten bis zu 50 Prozent des Kaufpreises im Vergleich zu weiter verarbeitetem Holz gespart werden, so die ThüringenForst-Sprecherin. Allerdings müssten Interessenten dafür einen absolvierten Motorsägen-Kurs und die nötige Schutzausrüstung aus Helm mit Gehörschutz und Visier, Schnittschutzhose und -stiefel vorweisen.
Neben Buche als beliebteste Baumart für Brennholz steige die Nachfrage nach Eschenholz deutlich. Hier gebe es aus unerfreulichem Grund ein wachsendes Angebot: Ein Pilz hat sich auf der Baumart ausgebreitet, der zum sogenannten Eschentriebsterben und reichlich Schadholz führt. Daneben seien Birke und Eiche als Brennholzarten gefragt.
Der Laubholzeinschlag beginne jährlich im späten Herbst. Dabei kann das frisch geerntete Holz nicht direkt verfeuert werden. Es muss zunächst für circa ein Jahr getrocknet werden. "Aufgrund der hohen Nachfrage ist eher selten Holz aus dem Vorjahr verfügbar", sagte die ThüringenForst-Sprecherin.