Niedersachsen & BremenAffekttat? 28-Jährige gesteht weinend Tötung von Ex-Freund

Ein 41-Jähriger schlägt seine Ex-Partnerin, dann hält er ihr mit dem Griff voran ein Messer hin und sagt "hier nimm". Die Frau sticht zu, der Mann stirbt. Nun steht sie vor dem Landgericht Bremen.
Bremen (dpa/lni) - Eine vierfache Mutter hat vor dem Landgericht Bremen gestanden, ihren Ex-Partner im Affekt getötet zu haben. "Ich wollte ihn nicht töten", sagte die 28-Jährige unter Tränen am ersten Prozesstag. Die Staatsanwaltschaft wirft der Ukrainerin Totschlag vor. Sie soll im April 2026 den 41-Jährigen in ihrer Wohnung während eines Mittagessens mit ihm, ihrer Mutter und deren Lebensgefährten erstochen haben. Die Schuldfähigkeit der Angeklagten sei erheblich vermindert gewesen, sagte die Staatsanwältin. Die Frau und das Opfer waren alkoholisiert.
"Hier nimm" - Opfer gab der Angeklagten das Messer
Die 28-Jährige sagte, sie habe kurz vor der Tat den Mann gebeten, ihr ihre Bankkarte zurückzugeben. Diese hatte sie ihm für einen Lebensmittel-Einkauf ausgeliehen. Der Mann habe sich geweigert, sie beschimpft und ihr ins Gesicht geschlagen, sodass ihre Lippe aufgeplatzt und ein Zahn abgebrochen sei. Schon früher sei er oft gewalttätig geworden. Er habe ihr ein auf dem Tisch liegendes Messer mit dem Griff voran mit den Worten "hier nimm" gegeben. Daran könne sie sich aber selbst nicht erinnern. Das wisse sie von ihrer Mutter.
Auch dass sie ihm das Messer in den Bauch gestoßen habe, habe sie erst realisiert, als der 41-Jährige am Boden lag. "Es ging alles sehr schnell", sagte die Angeklagte. Sie habe die Rettungskräfte benachrichtigt und versucht, Erste Hilfe zu leisten. Das Opfer starb noch am Tatort.