ThüringenThüringen ernennt 90 neue Rechtsreferendare

Gute finanzielle Ausstattung und flexible Ausbildungsmodelle: Thüringen will mit einem attraktiven juristischen Vorbereitungsdienst mehr angehende Juristen locken. Das Konzept scheint aufzugehen.
Erfurt (dpa/th) - Frischer Nachwuchs für die Thüringer Justiz: 90 neue Rechtsreferendare wurden heute ernannt, wie das Justizministerium mitteilte. Die angehenden Juristen absolvieren ihren Vorbereitungsdienst an den Landgerichten in Erfurt (33), Gera (31), Mühlhausen (17) und Meiningen (9). Nach Angaben des Ministeriums übertrifft das deutlich den bisherigen Höchstwert von 59 Ernennungen aus dem vergangenen November. Die Zahl der Nahwuchsjuristen steigt mit dem Einstellungstermin im Mai somit auf 147 in diesem Jahr - das sind 39 mehr als 2025.
Auch das Interesse am juristischen Vorbereitungsdienst in Thüringen hat den Angaben nach deutlich zugenommen. Für den aktuellen Einstellungstermin gingen demnach 129 Bewerbungen ein. Im November 2025 waren es 85 nach 76 im November 2024. Damit habe sich die Zahl der Bewerbungen innerhalb von zwei Jahren um rund 70 Prozent erhöht.
"Wir haben die Rahmenbedingungen für den juristischen Vorbereitungsdienst gezielt attraktiv gestaltet", erklärte Justizministerin Beate Meißner (CDU). Dazu gehörten eine gute finanzielle Ausstattung und flexible Möglichkeiten bei der Ausgestaltung des Ausbildungsverhältnisses.
Mit der in diesem Jahr neu geschaffenen Justizassistenz können Referendare zudem bereits während ihrer Ausbildung praktische Erfahrungen sammeln und eigenständig an der Arbeit von Gerichten und Staatsanwaltschaften mitwirken. Dafür sind nach früheren Angaben ab November zunächst acht Stellen in Erfurt vorgesehen.
In der Justiz im Freistaat steht ein Generationswechsel an. In den kommenden Jahren scheiden zahlreiche Richter und Staatsanwälte regulär aus dem Dienst.